Der Webbrowser, das wichtigste Programm für jene, welche auf Facebook sich mit Freunden austauschen wollen, mithilfe von Google nach gerade benötigten Informationen suchen wollen, sich lustige/interessante Videos auf YouTube anschauen wollen oder in manchen Fällen auch ihre Meinung über ein aktuelle Themen im Internet (#Neuland), sei es über eigenes aufgesetzte WordPress Blogs, Twitter, YouTube, Facebook oder gar auch öffentlichen Foren, der Welt präsentieren wollen. Selbst in Offline Programmen, wie beispielsweise im Start-Menü einer PC-Welt CD/DVD, werden Teile eines Webbrowsers eingesetzt.

Diese enorme Verbreitung macht ihn logischerweise auch sehr interessant für Hacker, Behörden oder auch anderen Daten-Interessenten. Das liegt daran, dass der Browser aufgrund der großen Verbreitung als Einfallstor für Schadware als attraktives Ziel gilt. Für die Datensammler ist der Webbrowser interessant, da dieser eine Menge über unserer Leben speichert. Hätte eine Malware (JavaScript Code reicht dabei schon aus, wie der Fall Youporn zeigt) zum Beispiel Zugriff auf den Browserverlauf und würde diesen an seinem Schöpfer senden, so wüsste dieser fast Alles über uns. Diese Informationen können dann auch gezielt gegen ein verwendet werden. Beispielsweise von der NSA zur modernen Form der Zersetzung, und/oder Erpressung von unangenehmen Kritikern, von Werbefirmen, welche das Opfer mithilfe dieser Daten gezielt, durch personalisierte Werbung, manipulieren können, oder aber auch Behörden in weniger freien Staaten, welche diese Daten dann dazu nutzen um die Identitäten von Oppositionellen herauszufinden und diese dann aus den Verkehr zu ziehen. Aber auch Personen im Umfeld könnten an solchen Daten interessiert sein. Ein Beispiel: Einige Eltern verspüren das Bedürfnis ihre fast schon Volljährigen Kinder kontrollieren zu wollen, was sich aber in der Regel negativ auf das betroffene Kind ausrichtet.

Laut einer Umfrage von der Stiftung Datenschutz sorgen sich 68% von 1002 Befragten überhaupt nicht nicht um ihre Privatsphäre (Anmerkung: Diese Umfrage wurde nach den, von Edward Snowden enthüllten, NSA-Skandal durchgeführt). Diese Zahl ist erschreckend, zumal es häufig schon dazu kam, dass gesammelte Daten miss-interpretiert wurden und somit gravierende Nachteile (Beispielsweise unschuldig im Gefängnis) für unschuldige Menschen entstanden. Außerdem machen solche Information ein erpressbar und Privatsphäre ist unser Grundrecht und gehört zu einer freien Demokratie.  Diese und noch weitere Vorkommnisse zeigen, dass die Privatsphäre ein sehr wertvolles Recht ist, welches uns per Grundgesetz zusteht und für welches es sich auch lohnt zu kämpfen. Da wir keinen sonderlich großen Schutz unserer Privatsphäre und unserer Daten seitens der Regierung erwarten können, so müssen wir uns eben selber schützen. Es gibt viele einfache Methoden, wie man sich und seine Daten vor neugierigen Blicken schützen kann. Das Problem, man muss sie auch konsequent durchziehen und dabei auf seine alten Gewohnheiten, wie Adobe Flash (Grund: voller Lücken), JavaScript (Grund: siehe oben bei Fall Youporn) und RC4 (Grund: gilt als geknackt) ständig aktiviert verzichten. Ein weiteres Problem stellt bei vielen mangelndes Wissen dar. Man kann seine Privatsphäre nur schützen, wenn man weiß, wie man den digitalen Spionen das Leben zur Hölle macht. Dieses Grundwissen werde ich euch nun in dieser Reihe vermitteln, sodass ihr euch selber schützen, gut schützen könnt.

In diesem Teil werde ich euch zeigen, wie ihr die Spionage durch die Google Suche (welche ebenfalls schon unschuldige ins Visier der Behörden gebracht hat) loswerdet, ohne aber auf die genauen Treffer, welche Google zu bieten hat, verzichten zu müssen.

Variante 1: StartPage: Startpage ist eine niederländische, auf Privatsphäre ausgerichtete Suchmaschine, welche dabei bei den Suchergebnissen auf Google zurückgreift und somit, bis auf minimale Unterschiede, die selben Suchergebnisse anzeigt, wie es Google tun würde. Um Startpage einzurichten gehen Sie dazu auf die Deutsche Hauptseite von Startpage (Link). Klicken Sie anschließend auf „Zu Firefox hinzufügen“ (Im folgenden Bild rot unterstrichen):
StartPage Hauptseite

Klicken Sie als nächstes auf installieren (hinter „HTTPS“):
StartPage Installation 01

Im darauf erscheinenden Popup setzen Sie als erstes ein Haken neben „Diese als aktuelle Suchmaschine setzen“ (das leicht veränderte Design rührt daher, dass ich OpenSUSE verwende und mit dem Tor-Browser arbeite):
StartPage Installation 02

Variante 2: Disconnect Search: Disconnect Search ist ein Firefox/Chrome Addon, welches alle Google Suchanfragen über ein VPN an Google weiterleitet und somit unsere Identität vor den neugierigen Augen von Google beschützt. Um es zu installieren gehen Sie einfach auf die Hauptseite von Disconnect Search (Link) und klicken auf:
DS-Install

Als zweites klicken Sie in der erscheinenden Benachrichtigung auf „Erlauben“ (ich mach das im Firefox, da der Tor Browser ja eh automatisch alle Anfragen über eine Proxy Kaskade schickt, was ungefähr den selben Effekt wie dieses Addon hat):
DS-Install01

Anschließend wird man nochmal gefragt, ob man dieses Addon nun wirklich installieren möchte. Bestätigen Sie dies mit einem klick auf „Jetzt installieren“:
DS-Install02

Ein Neustart des Webbrowsers ist nicht erforderlich. Damit Disconnect Search nun aktiv wird, müssen noch ein paar Einstellungen getroffen werden. Dazu klicken Sie zunächst mit der rechten Maustaste an eine freie Stelle neben den geöffneten Tabs (im Bild mit einen blauen Punkt markiert) und anschließend auf Anpassen:

Im folgenden Fenster müssen sie bloß nach das Widget von Disconnect Search suchen und an eine beliebigen Stelle ziehen:

Als letztes klicken Sie den Button an und aktivieren die beiden Häkchen im Abschnitt „Search privately from“ und schon haben Sie ein kleinen Teil Ihrer Privatsphäre zurückerobert:

Variante 3: MetaGer: MetaGer ist eine deutsche Suchmaschine, welche im Gegensatz zu StartPage und Disconnect Search nicht nur auf die Ergebnisse von Google, sondern sich von mehreren verschiedenen Quellen sich bedient. Damit hat MetaGer den großen Vorteil, dass es nicht der Link-Zensur von Google unterworfen ist. Zum Installieren genügt es die neue Suchseite aufzurufen, auf das Logo der aktuellen Suchmaschine zu klicken und den Eintrag „“MetaGer“ hinzufügen“ anzuwählen:

Variante 4: DuckDuckGo: DuckDuckGo ist eine weitere Suchmaschine (ähnlich MetaGer), welche laut eigenen Aussagen hohen Wert auf Privatsphäre legt. Was von diesen Aussagen zu halten ist lässt sich jedoch nicht mit Sicherheit sagen, da DuckDuckGo in den USA beheimatet ist und somit dem USA PATRIOT Act unterliegt (weswegen DuckDuckGo von einigen Quellen als bedenklich angesehen wird). DuckDuckGo funktioniert nach dem selben Prinzip wie MetaGer und nutzt zusätzlich noch einen eigenen Crawler zur Erzeugung der Ergebnisse. Um es dennoch zu installieren reicht es, das DuckDuckGo Addon zu Firefox hinzuzufügen.

Variante 5 (sicherste Variante, für Experten): Dezentralisierte Suche mithilfe von YaCy: YaCy ist ein vielversprechendes Open Source Projekt, welches eine dezentralisierte Suche ermöglicht. Dazu wird ein, in Java geschriebener (dadurch betriebssystemübergreifend), Client benötigt (falls nicht verfügbar: YaCy Demosuche, welche auf gleiche Art wie MetaGer in Firefox integriert werden kann). Dieser Client ist jedoch nur für die Betriebssysteme verfügbar, für die es auch eine JRE gibt. IOS und Android bleiben deshalb auf der Strecke und müssen sich der Demosuche bedienen. Eine Anleitung zur Einrichtung des YaCy-Client wird in späteren Teilen dieser Serie noch folgen.

 

Fazit: Es ist nicht sonderlich schwer unsere, uns zustehende, Privatsphäre wiederherzustellen. Oftmals genügt schon die Beachtung kleinster Punkte um Großes zu erreichen. Die Vermeidung von Datenkrake Google, Bing und Yahoo ist nur einer dieser Punkte. Es gibt noch viele weitere Kleinigkeiten, welche ich in späteren Teilen auch noch weiter erklären werde, um auf der Skala der Privatsphäre noch weiter hinaufsteigen zu können.
Und im diesem Sinne: Einen schönen Abend noch 🙂

Textstatus: WIP (Text wird noch verbessert/erweitert).

Schutz vor Überwachung: Browser Sicherheit (in Firefox) Teil 1